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Fachtag Gemeinschaftsgärten: Blick über den Beetrand

Auch in diesem Herbst lud die Koordinierungsstelle Gemeinschaftliches Gärtnern Marzahn-Hellersdorf alle interessierten Menschen zu einem Fachtag ein, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Im Mittelpunkt diesmal: Förderung, Soziales und Gesundheit im Gemeinschaftsgarten.

Der erste Fachtag im vergangenen Jahr hatte viel positive Resonanz hervorgerufen. Damals standen vor allem garteninterne Themen, wie zum Beispiel die Bewässerung, im Fokus. Diesmal ging es darum, die vielfältigen Verknüpfungen nach außen darzustellen – eben über den Beetrand hinauszublicken. Und so diskutierten am 6. Oktober 2026 die 20 Teilnehmenden im Gebäude der Touristinformation Marzahn-Hellersdorf über Themen wie die Förderung für Gemeinschaftsgärten sowie deren soziale und gesundheitliche Wirkung.

Beate Kitzmann, Geschäftsführerin des Naturschutz Berlin-Malchow e.V., des Trägers der Koordinierungsstelle, übernahm erneut die Moderation und führte kurzweilig durch den Nachmittag. Nach der Begrüßung überbrachte sie ein Grußwort von Toni Karge, dem zuständigen Mitarbeiter in der Senatsverwaltung Mobilität, Verkehr, Klima und Umwelt, der dieses Mal seine Teilnahme leider absagen musste. Neben lobenden Worten für die bisherige Zusammenarbeit und die Rolle der Koordinierungsstelle richtete er einen Appell an die Zuhörerschaft. Trotz der nicht immer leichten Umstände wünschte er sich weiterhin Engagement und Einsatz „im Großen wie im Kleinen“, von uns allen, überall.

2. Fachtag Gemeinschafliches Gärtnern Berlin Eröffnung  KSGGMH Fachtag E2930 Vortrag

Danach starteten Mitarbeiter:innen aus der Bezirksverwaltung Marzahn-Hellersdorf ins Programm: Clara Wening und Nico Eißner von der Sozialraumorientierten Planungskoordination sowie Matthias Rose aus dem Umwelt- und Naturschutzamt stellten die umfangreichen Fördermöglichkeiten auf Bezirksebene vor. Ob über Kiezprojekte oder DASS-Mittel – für die Aktiven aus den Gemeinschaftsgärten gibt es hier verschiedene Möglichkeiten, um an finanzielle Unterstützung für ihre Standorte zu kommen.

Ein Beispiel ist die Vergabe von Sachmitteln, wie Material für Hochbeete, ein Grünes Klassenzimmer oder Nachbarschaftsfeste. So wurden in 2026 bereits 54 Kiezprojekte in Marzahn-Hellersdorf umgesetzt. Über das Umwelt- und Naturschutzamt ist zudem die Förderung von Kleinprojekten bis zu 2.000 Euro für Projekte der Umweltbildung, des Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes sowie der Nachhaltigkeit möglich. Antragsteller seien meist gemeinnützige Vereine und Träger, aber das Amt sei auch offen für Anträge von Gemeinschaftsgärten.

Danach sprachen Anne Schädler von der Permakultur Lehrwerkstatt und Mathias Krebs vom Projekt Lebendige GropiusstadtLebendige Gropiusstadt – beide ausgestattet mit sehr großer, praktischer Gartenprojekterfahrung – über den wichtigen sozialen Stellenwert von Gemeinschaftsgärten. Sie gaben einen kompakten Überblick über die Zutaten für zukunftsfähige Lebens- und Lernorte und skizzierten den Prozess hin zu einem gemeinsamen Garten mit all den Hindernissen sowie den Lösungswegen.

Schließlich nahmen sie die Fachtagsgäste sogar mit auf eine Reise zum eigenen Traumgarten: Die mentale Ebene des gemeinsamen Gärtnerns mag vielleicht nicht offensichtlich sein, die Relevanz und Bedeutung für unser Wohlempfinden ist aber kaum bestreitbar.

KSGGMH Fachtag E2931 Flyer Gemeinschaftsgarten  KSGGMH Fachtag E2943 Vortrag

Anschließend berichtete Tabea Thomas, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt HEBEDI, über die positive Wirkung artenreicher, naturnaher Gärten auf die menschliche Gesundheit. Bisher haben viele Studien hierzu lediglich ihre Beobachtungen veröffentlicht. Dieses Projekt, an dem unter anderem die Universität Heidelberg und die Humboldt-Universität zu Berlin beteiligt sind, setzt sich jedoch zum Ziel, diese kausalen Effekte wissenschaftlich zu belegen. Der Ansatz der Untersuchung wurde uns dieses Jahr vorgestellt, im kommenden Jahr gibt es dann hoffentlich die ersten Ergebnisse.

„In den urbanen Gärten wächst nicht nur Gemüse“, so Tabea Thomas in ihrem Vortrag. „Hier wachsen auch Nachbarschaft, Wissen und Gemeinschaft.“ Als Gesundheitsorte seien sie zudem gut für das Stadtklima und die Biodiversität.

Am Ende des Fachtags nahmen wir die Verbindung zu Frau Thomas´ Vortrag auf und betrachteten ein Gartenelement näher, welches kaum mehr für die Gesundheitswirkung stehen kann – die Kräuterspirale.

Zunächst durften sich die Teilnehmenden unter praktischer Anleitung von Marian Korb von der Koordinierungsstelle Gemeinschaftliches Gärtnern Marzahn-Hellersdorf versuchen und schrittweise ihr eigenes Kräuterspiralen-Modell aufbauen. Danach erklärte seine Kollegin Doreen Hantuschke im Detail, wie der Aufbau am besten gelingt und was es beispielsweise bei der Bepflanzung zu beachten gilt. Fazit des Workshops: Mit einer Kräuterspirale kann ein wunderbares und wertvolles Kleinbiotop im Garten entstehen, das nicht nur uns Menschen erfreut, sondern von dem auch die Tierwelt profitiert.

2. Fachtag Gemeinschaftliches Gärtnern Berlin Bau eines Modells Kräuterspirale  KSGGMH Fachtag E2951 Krauterspirale Modell Bau  KSGGMH Fachtag E2953 Krauterspirale Modell Bau

Profitiert haben offensichtlich auch die Teilnehmenden des 2. Fachtags. Denn das erste Feedback war durchweg positiv. Die Themenauswahl fand viel Anklang, die Organisation der Veranstaltung bekam ein großes Lob und viele Gäste äußerten den Wunsch, dass die Koordinierungsstelle auch im kommenden Jahr einen Fachtag ausrichtet.

Die Koordinierungsstelle Gemeinschaftliches Gärtnern Marzahn-Hellersdorf bedankt sich bei allen Referierenden für ihren fachlichen Input, bei unseren Gästen, die sich die Zeit genommen und zu einem produktiven Austausch beigetragen haben und beim Bezirk für die zur Verfügung gestellte Räumlichkeit im Touristinformation Marzahn-Hellersdorf.

Ansprechpartnerin

Beate Kitzmann
beate.kitzmann@naturschutz-malchow.de
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Anschrift des Vereins:

Naturschutz Berlin-Malchow e. V.

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Telefon: (030) 92 79 98 30

E-Mail: info@naturschutz-malchow.de